Nach den Gebrüder Grimm
Inszenierung: Nicolas Stemann
«Konto, Konto, Kontostand – wer ist der Reichste im ganzen Land?» Nicolas Stemanns erste Inszenierung am Schauspielhaus Zürich kehrt ein allerletztes Mal zurück in den Pfauen. Es ist ein rauschendes Fest und die NZZ schrieb diesem «emanzipierten Schneewittchen» zurecht «Kultpotential» zu. Denn in der Zürcher Version des Grimmschen Märchens erlebt das Publikum ein vorlautes Rotkäppchen, einen lieben Wolf, einen zaghaften Jäger und einen abwesenden Vater. Und die Zwerge? Die bekommen von Schneewittchen beigebracht, wie sie in ihrer Männer-WG den Haushalt alleine schmeissen können.
Genügend märchenhaftes Personal also, um mit viel Liebe und Humor und einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik Kinder und Eltern ein letztes Mal in den Märchenwald zu entführen und diesen vor der Abholzung zu retten.
Und bitte nicht vergessen: Wer verkleidet kommt, gewinnt eine Apfel. Falls der eigene Kleiderschrank für derlei Auftritte nicht genug hergibt: Ab eine Stunde vor Beginn der Schneewittchen-Aufführung verwandelt das Pfauen-Foyer sich in einen temporären Kostümverleih! Und weil das Kostüm nach der Aufführung wieder abgegeben werden muss: Anschliessend gibt es als Trost Pizza-Plausch für jung und alt.